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Wegbegleiter Chewar

Integrationsbegleiter

Als 6-Jähriger floh Chewar mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus der Region Kurdistan im Norden Iraks nach Deutschland. Das war 1999. Sein Vater kam bereits einige Zeit vor ihnen nach Deutschland, fand Arbeit und eine Wohnung für seine Familie. Für den kleinen Chewar war es eine neue Welt. Allein schon ein Besuch in einem Fast-Food-Restaurant war für ihn wie eine Mondlandung. Ein Ort, an dem man über eine Theke Essen bestellen kann, so etwas kannte er aus seinem irakischen Heimatort nicht. Als Jugendlicher lernte er mit der in Deutschland allgegenwärtigen Bürokratie umzugehen, erklärte seiner Mutter Briefe in Beamtendeutsch und half im Geschäft des Vaters. Mittlerweile studiert Chewar Jura und engagiert sich als ehrenamtlicher Integrationsbegleiter beim Diakonischen Werk Heidelberg. „Durch das ehrenamtliche Engagement habe ich Geduld gelernt“, sagt Chewar. „Wenn jemand aus einem anderen Land kommt, in dem vieles anders läuft, dann muss man ihm das System hier erklären, damit er es versteht. Dabei muss man geduldig sein, wiederholen und Verständnis haben, wenn jemand etwas nicht auf Anhieb versteht.“ Einem kurdischen Flüchtling, der wie Chewars Familie aus dem Irak floh, half Chewar vor einigen Jahren dabei, dessen Kinder für den Kindergarten anzumelden. Sie treffen sich bis heute regelmäßig. Damals sprachen sie noch kurdisch miteinander, heute unterhalten sie sich nur noch auf Deutsch.