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Wegbegleiter Nader

Integrationsbegleiter

Naders Motivation für sein ehrenamtliches Engagement ist die eigene Familie. Als der Krieg in Syrien ausbrach sagte sein Vater ihm, er solle stets auf seine Mutter und Schwester aufpassen. Nader verstand damals noch nicht den Ernst dieser Aussage. Doch eines Tages kehrte der Vater nicht mehr von der Arbeit zurück. Gefragt nach seinen Wünschen für die Zukunft sagt er: „Ich möchte meiner 13-jährigen Schwester Akkusativ, Dativ und Genitiv beibringen:“ Nach seiner Flucht aus Syrien kam er 2015 in Deutschland an mit nur noch 35 Euro in der Tasche. Unterstützung erlebte er dann beim Diakonischen Werk Heidelberg. Dort erfuhr er vom Projekt „Ehrenamtliche Integrationsbegleitung“. Nader, der innerhalb von nur eineinhalb Jahren Deutsch auf Universitätsniveau lernte, möchte etwas an seine Mitmenschen zurückgeben. Nun hilft er Alagie [Name geändert] aus Gambia. Alagie musste fliehen und spricht mittlerweile gut Deutsch, doch er kann kaum Lesen und Schreiben. Wenn die beiden sich treffen, dann reden sie ganz kumpelhaft, doch beim Lernen machen sie ernst. Manchmal kommt der Mitbewohner von Alagie dazu, der zwar Lesen und Schreiben kann, aber noch kein Deutsch. Sie bilden dann ein „Lerndreieck“ am Tisch: Nader schreibt einen deutschen Satz auf, lässt Alagie das Lesen üben und dann übersetzt Alagie den Satz für seinen Mitbewohner, dieser hilft ihm wiederum beim Schreiben. „Nachdem wir uns das erste Mal zum Lernen getroffen hatten, hatte ich das glückliche Gefühl, wirklich etwas erreicht zu haben“, sagt Nader, „wenn man etwas gibt, bekommt man auch etwas zurück.“